Unter dem Motto „Kirche – Klang – Charaktere“ hat die Stadtkirche, federführend dabei Pastoralreferentin Elisabeth Simon, zu einer Veranstaltung von ganz außergewöhnlichem Format in die erst jüngst wiedereröffnete Jesuitenkirche eingeladen. Eingerahmt von den Chören und musikalischen Ensembles der Stadtkirche, traten, verkörpert von Schauspielern des Theater Nikola, drei historische Persönlichkeiten auf und ließen sich von Matthias Heiß (PGR St. Martin) interviewen: Frater Johannes Holl, der Baumeister der Jesuitenkirche, Magdalena von Haunsperg, die mit einer großzügigen Stiftung die Gründung von Jesuitenkolleg und -kirche in Landshut ermöglicht hatte, und Pater Ferdinand Orban, ein gelehrter Jesuiten und Organisationsgenie, dem die Stadt das Hl. Geistspital in seiner heutigen Form verdankt. Sie hat ihn zu Recht mit einem Straßennamen geehrt, dem Orbankai der Isar entlang.
Vor voll besetztem Haus entfaltete die Kirche den ganzen Zauber von musikalischen Klängen und historischen Charakteren. Eindrucksvoll wurde die Atmosphäre des 17. Jahrhunderts und der Geist der Gründergestalten wach gerufen. Die Schauspieler waren voll auf ihre Rollen eingestiegen. Dabei waren die Informationen, die dabei zur Geschichte vermittelt wurden, seriös und gut recherchiert. Allenfalls, dass die Kirchenbänke im Lauf des Abends etwas hart wurden, ließe sich negativ anmerken. Aber es war wert, die Kinder und Jugendlichen der Singschule Landshut zu hören, den Frauenchor St. Martin, die Gruppen Phönix und Effata … Eine Pause, in der Erfrischungen gereicht wurden, lockerte die Veranstaltung auf.
Nachdem schon der Festgottesdienst zur Wiedereröffnung großen Anklang gefunden hatte und sich die Kirche beim Tag des offenen Denkmals vor dem Besucheransturm kaum retten konnte, ist sie jetzt endgültig als hochkarätiger Veranstaltungsort in der Landshuter Öffentlichkeit angekommen. Das weckt Vorfreude auf die nächsten Ereignisse dort: das Benefizkonzert der Stadtkapelle am 18. Oktober und die Veranstaltung des Christlichen Bildungswerks „Vom Jesuitenkolleg zur neu eröffneten Jesuitenkirche“ mit den besten Experten zum Sanierungsthema am 20. Oktober.