Firmung auf den Herbst verschoben

Wegen der Corona-Krise ist die Firmvorbereitung seit Anfang März unterbrochen. Der ursprünglich geplante Termin in der Woche vor Pfingsten – eigentlich der ideale Zeitpunkt für die Firmung – wurde vom Weihbischof abgesagt. Derzeit laufen beim Erzbischof und den Weihbischöfen Überlegungen, in welcher Weise die Firmungen im Herbst (nach-)gefeiert werden können. Man weiß nicht, welche Einschränkungen für die Gottesdienstfeier nach den Sommerferien gelten werden. Und es dürfte eng werden im Terminkalender der Bischöfe. Umso mehr, falls die Firmung – etwa in unserer Stadtkirche – nicht mit allen 60 Firmlingen und ihren Familien auf einmal, sondern auf mehrere Gottesdienste verteilt gefeiert werden müsste. All das ist noch sehr offen. Wir geben Bescheid, sobald eine Planung steht.

Einstweilen hat der Stiftspropst per Video-Botschaft einen kleinen Gruß zu Pfingsten an die Firmlinge gerichtet. Er ist hier auf der Seite unter Gottesdienste/Termine/Firmung zu finden – dort, wo immer die aktuellen Informationen für die Firmlinge eingestellt werden.

Gottesdienste per Livestream

Am Palmsonntag wurde zum ersten Mal per Livestream hier auf der Homepage ein Gottesdienst aus St. Martin übertragen. Ich gebe zu, dass ich als Pfarrer zunächst etwas zögerlich war und eher den selbst gestalteten Hausgottesdienst als die virtuelle Mitfeier übers Internet empfohlen hätte. Aber die Resonanz auf dieses Experiment war durchaus erfreulich.
103 zugeschaltete Geräte am Palmsonntag, etwas weniger an Gründonnerstag, aber 187 an Karfreitag und 320 in der Osternacht – und dabei darf man pro Gerät mehr als eine Person rechnen, die dabei war – bedeuten eine beachtliche Gemeinde. Nach dem ersten Mal bekam ich auch überraschend viel positives Echo: Gute Sache! Weiter so! Es waren über 30 spontane Nachrichten oder Zuschriften. Einige davon mit Bild vom Bildschirm und vom aufgeräumten Tisch mit Kerze und/oder Palmbuschen. Mag sein, dass der ein oder andere nur kurz hinein gezappt hat, aber es scheinen doch viele ernsthaft mitgefeiert zu haben. So haben wir tatsächlich ein neues Medium für das kirchliche Leben erschlossen.
Im besten Fall hatten nicht nur einzelne Menschen einen geistlichen Gewinn davon, sondern konnten sich auch Familien als Hauskirchen entdecken. Und wir pflegen eine gewisse Verbundenheit in der Stadtkirche während dieser Zeiten, in denen wir uns nicht persönlich begegnen: „community building“.
Großer Dank gebührt (neben der Fa. Leuchtkraft, die wir zu den beiden großen Liturgien hatten) dem ehrenamtlichen Technikteam, das die Sache initiiert, vorbereitet und durchgeführt hat … und weiter durchführt. Geplant ist, den Livestream jeden Sonntag bis zur Wiederaufnahme der normalen Gottesdienste anzubieten. Dann freue ich mich aber auch wieder auf die Gottesdienste mit leiblich anwesender Gemeinde. Die Leiblichkeit ist ja wesentlich für das Christliche: „Caro cardo salutis“, sagte Tertullian, „das Fleisch ist Dreh- und Angelpunkt für das Heil“. (FJB)

Corona-Stillstand

Ein Sonntag ohne öffentlichen Gottesdienst in den Pfarreien der Stadtkirche Landshut – wann hat es das schon einmal gegeben? Wohl allenfalls in der Kriegszeit vor 75 Jahren, und vielleicht nicht einmal da. Wirklich eine außerordentliche Situation und bestimmt nicht nur für mich ein seltsames Gefühl, das ich noch nicht so recht zu deuten weiß. Oberflächlich gesehen ist alles klar: eine drastische Maßnahme, die der Erzbischof angeordnet hat, deren Preis, Sinn und Erfolg niemand wirklich genau einschätzen kann –  aber dafür haben wir ja die Führungsverantwortlichen, dass sie solche Abwägungen vornehmen und Entscheidungen treffen. Wir wir als Gemeinde vor Ort praktisch damit zurecht kommen, ist auch einigermaßen klar geregelt. Es ist absehbar, das wird schon klappen. Aber für mich bleibt noch eine Frage offen, die Frage nach dem tieferen Sinn und der geistlichen Erfahrung, die das für uns bedeutet.

Zwei Dinge, die noch nicht ansatzweise eine vollständige Antwort sind, aber von denen ich fest überzeugt bin, will ich hier mitteilen:

Erstens, ich empfinde mich den Menschen in der Stadtkirche im Moment umso inniger und konzentrierter verbunden, als es mir unmöglich ist, die ganze Vielfalt von Verbundenheit in Gottesdienstgemeinschaften, Arbeitsgruppen und Gremien, Veranstaltungen usw. weiter zu organisieren. Ich feiere täglich die Heilige Messe und bete für alle, die von den Maßnahmen in Sachen Coronavirus betroffen sind (durch Mehrarbeit, durch Stillstand oder durch den Druck, Entscheidungen treffen zu müssen), und für alle, deren Not durch die Focussierung auf dieses große Thema jetzt in den Hintergrund gerückt ist.

Zweitens, mir kommt ein biblisches Wort in den Sinn: „Dann hat das Land Ruhe und erhält Ersatz für seine Sabbate. Während der ganzen Zeit der Verwüstung hat es Sabbatruhe, die es an euren Sabbaten nicht hatte, als ihr noch darin wohntet.“ (Lev 36,34f). Vielleicht trifft der Corona-Stillstand nicht umsonst in die Fastenzeit, und wir erleben jetzt, wie es gehen kann mit weit weniger Betriebsamkeit, Terminen, Veranstaltungen, Unternehmungen. Es wird nicht gut gehen. Der wirtschaftliche Preis wird enorm sein. Die Beeinträchtigungen des kulturellen und sozialen Lebens, auch des geistlichen und kirchlichen Lebens, werden bleibende Schäden hinterlassen. Verletzungen werden passieren im Zuge von Übertreibungen (Hamsterkäufe und Konkurrenz, Ausgrenzung und Abstrafung vermeintlicher Überträger des Virus …). Und dennoch könnte es sein, dass „das Land“, die ganze Gesellschaft, die insgesamt betroffene Menschheitsfamilie, auf den Boden des Wesentlichen zurück geworfen wird und zu einer Ruhe kommt, der eine tiefe Wahrheit innewohnt; eine Wahrheit, die im Rummel und Blendwerk des üblichen Betriebs verborgen geblieben ist. Es könnte die Wahrheit sein, die im berühmten Ausspruch der Hl. Theresia von Avila ausgedrückt ist: „Gott allein genügt.“ (FJB)

Sturmschäden

Das Sturmtief „Sabine“, das am Montag, 10.02.2020 über Bayern hinweg gefegt ist, hat an fast allen Kirchdächern in unserer Stadtkirche Schäden angerichtet. Am schlimmsten hat es die Jesuitenkirche erwischt. Dachziegel, die von dort aufgewirbelt und herunter geschleudert wurden, haben parkende Autos, aber zum Glück keine Personen getroffen. Die Freiwillige Feuerwehr Landshut rückte mit der langen Leiter an und barg die losen Ziegel, die noch in den Fanggittern hingen. Die Schäden am Dachfirst über dem Chor der Jesuitenkirche sind beträchtlich. Aber auch aus St. Martin, aus St. Jodok, aus Hl. Blut und aus Salzdorf wurden Schäden gemeldet.

Stadtkirchenrat beschließt

Kerngruppe für den Weg zum Pastoralkonzept

Auf seiner Sitzung am 15.01.2020 hat der Stadtkirchenrat beschlossen, eine „Kerngruppe“ für den „Weg des Pastoralkonzepts“ einzurichten. Die Begrifflichkeit folgt der Broschüre des Erzbistums „Den Weg des Pastoralkonzeptes gemeinsam gehen. Ein Routenplaner“. Schon im Mai 2019 hat ein Vernetzungstreffen stattgefunden, auf dem alle Pfarrverbände vertreten waren, die vorhaben, ein pastorales Konzept zu entwickeln, um sich inmitten aller unausweichlichen Veränderungen über ihre Ziele, ihre Schwerpunkte, über die Verteilung der Ressourcen, über das Wünschenswerte, das Leistbare und das nicht mehr Leistbare klar zu werden. Etwas verzögert wollen auch wir als Stadtkirche diesen Weg mit genau den Etappen einschlagen, die das Bistum in seiner Handreichung empfiehlt. Dazu macht eine Kerngruppe den ersten Schritt. Sie besteht aus dem Leiter der Stadtkirche, Stiftspropst Baur, und den Mitgliedern des Stadtkirchenrats Faltermeier, Kratzer, Bauer, Eder und Hallensleben. Sie ist offen für Leute, die von sich aus dazu stoßen wollen oder die hinzu berufen werden sollen.

Hier auf der Homepage werden die Informationen, woran und wie die Gruppe arbeitet, zeitnah und transparent allen Interessierten zur Verfügung gestellt.

Sternsinger und Neujahrsempfänge

In allen Pfarreien der Stadtkirche waren in den ersten Tagen des neuen Jahres die Sternsinger unterwegs. Aus St. Jodok wird bereichtet, dass die Kinder dort ein Rekordergebnis an Spenden für den guten Zweck eingesammelt haben. Den Erlös aus der Sternsingeraktion leitet das Kindermissionswerk an Projekte im Libanon weiter. Die Partner dort sind Schulen, der Jesuiten-Flüchtlingsdienst und die Caritas. Über diese Partner werden Kinder, zumal Flüchtlingskinder aus Syrien im Libanon, unterstützt, so dass die Aktion eine enorm starke Solidaritätsaktion von Kindern untereinander ist. Und eine sehr konkrete Friedenarbeit. Deshalb allen Kindern, die unterwegs waren, allen, die sie offen bei sich aufgenommen und Geld gespendet haben, und den erwachsenen Organisatoren und Begleiterinnen ein herzliches Vergelt’s Gott.

Auf ihre Weise erfolgreich waren auch die Neujahrsempfänge, die – teils in längerer, teils in kürzerer Tradition – von den Pfarrgemeinderäten in St. Peter und Paul (Dreikönigsfrühschoppen), in St. Jodok und Hl. Blut (am Sonntag Taufe des Herrn) ausgerichtet worden sind. Wir können sagen, die Stadtkirche ist munter ins neue Jahr gestartet. Hoffen wir, dass alles Beten, Arbeiten und Feiern in diesem Jahr unter dem Segen Gottes steht!

Klausurtag der Stadtkirche

Wie können wir als Stadtkirche Landshut im Sinne der Schöpfung ressourcenschonend und schöpfungsfreundlich handeln? Darum ging es beim diesjährigen Klausurtag am 16.11.2019 der Gremien der Stadtkirche, zu dem auch interessierte Pfarreiangehörige eingeladen waren. Im Pfarrheim von St. Peter und Paul begann der Nachmittag zunächst mit einem Vortrag von Mattias Kiefer, Umweltbeauftragter des Erzbistums München und Freising. Er stellte die problematische Ausgangslage dar: wir verbrauchen mehr Ressourcen, als vorhanden sind, wir erleben den Verlust von Tier- und Pflanzenarten und Artenverlust und sind mit einem durch Menschen verursachten Klimawandel konfrontiert. Anschließend erläuterte er, warum dieser Themenkomplex auch für die Kirche von großer Bedeutung ist und welche Reaktionen es bisher gibt. Die Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus gilt als bislang systematischster Antwortversuch. Der Papst richtet sich dabei an die Kirche selbst und an jeden Einzelnen: „Die Berufung, Beschützer des Werkes Gottes zu sein, praktisch umzusetzen (…) ist weder etwas Fakultatives noch ein sekundärer Aspekt der christlichen Erfahrung“ (217).

In Kleingruppen und in der gemeinsamen Diskussion wurden dann verschiedene Bereiche herausgearbeitet, in denen im Kontext der Stadtkirche schöpfungsfreundliches Handeln möglich ist: beim Einkauf (weniger Fleisch, lokale Produkte), in den Bereichen Energie (LED-Leuchtmittel) und Mobilität, aber auch im Bereich der Bildung und Verkündigung (Schöpfung zum Thema machen). Es zeigte sich: Schöpfung ist ein Querschnittsthema – Veranstaltungen und Anschaffungen sollten stets im Hinblick auf ihre ökologischen Folgen hin überprüft werden. Am Ende des Tages standen konkrete Ideen, die nun in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen weiter verfolgt werden. Der Klausurtag, an dem rund 28 Interessierte teilnahmen, wurde vom Umweltausschuss der Stadtkirche initiiert und vorbereitet. Der Umweltausschuss hat für den Globalen Klimastreik am 29.11.2019 auch eine „Andacht zur Schöpfung“ geplant (12:00 Uhr in St. Martin).

Pfarrbrief erschienen

Pünktlich zum Advent ist unser halbjährlicher Pfarrbrief, die „Brücke“ erschienen. Das Schwerpunktthema in dieser Ausgabe ist die Schöpfung. Es gab uns gibt Bestrebungen, das Bekenntnis zu Gott dem Schöpfer und zur Mitverantwortung des Menschen für die Bewahrung der Schöpfung ein eigene kirchliche Fest zu schaffen, etwa einen Sonntag. Vielleicht wird sich der 1. September durchsetzen, den der Patriarch von Konstantinopel seit 1989 propagiert, und der den Auftakt einer „Schöpfungszeit“ bis zum Gedenktag des Hl. Franz von Assisi (am 4. Oktober) bildet. Dazu lesen Sie einen Leitartikel in der „Brücke“. Aber auch das Weihnachtsfest ist eigentlich ein Fest der Schöpfung: Gott erbarmt sich der Natur, die er geschaffen hat, er erlöst sie von allem Bösen und von allem Schaden, indem er sie selbst annimmt und Mensch wird.

Das und viel mehr bietet Ihnen die „Brücke“, die voll aus dem Leben unserer Stadtkirche schöpft und viele kompetente Gesprächspartner aus unserem Umfeld zu Wort kommen lässt. Sie liegt in den Pfarrkirchen aus. Bitte, bedienen Sie sich! Es sind genügend Hefte gedruckt worden (bei allem Bemühen, genau hin zu kommen, und Ressourcen zu sparen), Sie dürfen gern welche weiter geben an Freunde, Nachbarn und Bekannte!

Die Brücke ist auch digital verfügbar: hier herunterladen

300 Jahre Maria Bründl

Vor 300 Jahren wurde die Wallfahrtskirche Maria Bründl gebaut. Dieses Jubiläum wurde am Kirchweihsonntag und Kirchweihmontag auf dem Hofberg groß gefeiert. Nach einem schönen Vorbericht in der Zeitung war eine richtig große Gottesdienstgemeinde zusammen gekommen, wohl auch, weil der Festgottesdienst zur angestammten Uhrzeit der kroatischen Gemeinde um 9.00 Uhr angesetzt war. So war die kroatische Sprache in der Lesung und bei den Fürbitten zu hören, und P. Ivan konzelebrierte mit dem Bischofsvikar der Region, Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger. Dieser spannte in seiner Predigt den weiten Bogen von der alttestamentlichen Bundeslade im Tempel von Jerusalem über Jesus Christus im Haus des Zachäus in Jericho bis hin zur Wallfahrtskirche Maria Bründl. Immer wieder aufs Neue und überall erweist sich Gott als der, der mit seinem Volk mitgeht und ihm nahe ist.
Im Anschluss an die Hl. Messe ging es in festlicher Prozession, angeführt von den Fahnenabordnungen der Hofberger Vereine, begleitet von den Hofberger Blechbläsern hinunter ins Bründl. Dort fand eine Andacht statt. Und auch auf dem Rückweg, bei herrlichem Wetter übrigens, die Sonne hatte gerade den morgendlichen Nebel vertrieben, wurde durchgängig gebetet. Denn das abschließende Tedeum wurde wieder in der Pfarrkirche Hl. Blut gesungen. Viele Gläubige waren da aber schon ins Pfarrheim abgebogen, wo ein leckeres Mittagessen wartete, das die Pfarrjugend gekocht hatte. Die Kirchenverwaltung nutzte die Geselligkeit des Mittagstischs, um den Weihbischof auf den dringenden Sanierungsbedarf der Kirche Maria Bründl aufmerksam zu machen. Sie soll ja schließlich für die nächsten 300 Jahre stehen bleiben!
Auch am Kirchweihmontag fanden sich noch einmal zahlreiche Gläubige zum Festgottesdienst in Maria Bründl ein, den der Stiftspropst Dr. Franz Joseph Baur zelebrierte.

Gottesdienst mit Pfarrer Mundigl

Er hatte sich sehr darauf gefreut, nach seinem schweren Sturz im Juli wieder einmal den Sonntagsgottesdienst in der Pfarrkirche Hl. Blut zu feiern: Prälat Josef Mundigl. Sein 20 Jahren ist er als „Pfarrer“ dort auf dem Hofberg. Die Nachfeier seines 90. Geburtstags war jetzt die Gelegenheit, einen festlichen Gottesdienst mit ihm und für ihn zu feiern. Dementsprechend knüpften die Gratulanten in der Kirche an 20 Rosen – als Dank für 20 Jahre seelsorgliches Wirken in Hl. Blut – ihre guten Wünsche für den Jubilar. Genau gesagt, waren es 21 Rosen, und dazu im Namen des Pfarrgemeinderats noch ein ganzer Rosenstock, denn darauf sollte geschaut werden, was in Zukunft mit Pfarrer Mundigl noch alles blühen mag und blühen darf. Der Stiftspropst machte sich in seiner Festpredigt den einen guten Wunsch aus der Lesung des Sonntags zu Eigen, den der Apostel an Timotheus richtet: „Du aber, ein Mann Gottes … kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du beru­fen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast.“ (1 Tim 6,11-12).