Gott, schaffe mir ein reines Herz!

Zum Thema Buße und Beichte, durchaus mit Blick darauf, dass die Mehrheit der Katholiken keinen Zugang zur klassische Form der Osterbeichte mehr findet, hat Eduard Nagel (in der Zeitschrift „Gottesdienst“ Nr. 6/7 (2026), S. 79) einen schönen Text vorgelegt, der zur Einstimmung in einen Bußgottesdienst oder zum persönlichen Gebet in der österlichen Bußzeit geeignet ist. Am besten, man meditiert ihn langsam:

Gott, schau mich an –
mich, so wie ich bin.
Mit allem, was gewesen ist.
Meine Fähigkeiten und Talente
und was ich daraus gemacht habe.
Meine Sehnsüchte, meine Hoffnungen,
meinen Glauben, meine Liebe.
Die erfüllten und die nicht erfüllten Träume.

Gott, schau mich an –
mich, so wie ich bin.
Auch mit meinen Schwächen
und meinem Versagen.
Vor dir darf ich offenlegen,
was ich vor den Menschen verberge.
Du siehst in die Tiefen,
die auch mir selbst dunkel sind.
Und du bist barmherzig.

Dein Sohn Jesus Christus
hat denen Vergebung und Frieden zugesprochen,
die ihm die Last ihres Lebens zu Füßen gelegt haben.
Im Vertrauen darauf bitte ich:
Nimm mich an
mit allem, was schwer auf mir liegt
und mich unfrei macht.
Mach hell, was dunkel ist.
Heile, was verwundet ist
an mir
und an Menschen, die ich verletzt habe.
Lass mich Frieden finden
in der Hoffnung auf das ewige Leben bei dir.

Amen.