Sieben-Kirchen-Weg

Zum dritten Mal fand am Samstag vor Palmsonntag der „Sieben-Kirchen-Weg“ statt. Schon am Vorabend waen das Projektteam und einige von denen, die am Samstag Dienst an einer Station tun würden und deswegen nicht mitgehen konnten, die Strecke abgegangen (auch, um sie zu markieren). Das war schön, aber kalt. So waren alle erfreut über den kräftigen, warmen Linseneintopf, mit dem sie am Ende im Pfarrhaus des Stiftspropst bewirtet wurden. Auch am Samstag hatten wir Glück mit dem Wetter, das deutlich besser war als vorhergesagt. So beteiligten sich um die 200 Personen an der Aktion. In der Spitze wurden in der Burgkapelle sogar 300 Personen gezählt, von denen einige wohl nur zufällig als Touristen da waren. Aber auch sie kamen in Berührung mit dem geistlichen Weg der Stadtkirche, der heuer als roten Faden die sieben Bitten des Vaterunsers im Blick hatte. Unter den geistlichen Impulsen in den Stationskirchen ragten die Audio-Files hervor, mit denen in St. Jodok vor den dortigen Ölbergszenen (ein alter Epitaph und ein neugotisches Glasfenster) Texte und Gedanken, mit Musik untermalt, geboten wurden. Herzliche Stimmung kam dort auf, wo es zu essen und zu trinken gab (ein deftiges Mittagessen in St. Peter und Paul, Kaffee und Kuchen in Hl. Blut). Ungebrochen attraktiv war auch wieder, an den sieben Stationen die Stempel auf seiner Postkarte zu sammeln und damit das Bild des Palmeselchristus aus St. Martin zu vervollständigen.

Der Weg führte diesmal über diese sieben Kirchen:

  • St. Jodok
  • „Stifterkapelle“ auf dem Hauptfriedhof
  • St. Peter und Paul
  • Hl. Blut
  • Burgkapelle St. Georg
  • Theklakapelle
  • St. Martin

Angesichts der guten Resonanz – auch Niederbayern TV hat uns wieder besucht und am Dienstag der Karwoche im Journal darüber berichtet – wird die Aktion im kommenden Jahr sicher wieder durchgeführt. Man darf sich den Samstag vor Palmsonntag schon einmal vormerken. Vielleicht gelingt es, Kirchen jenseits der Isar und jenseits der Konfessionsgrenze (nämlich die Christuskirche) in den Wallfahrtsweg einzubeziehen. Die Einladung steht jedenfalls. Vorher ist aber allen Engagierten zu danken, die organisatorisch und in der Durchführung mitgewirkt haben.

Ergebnis der Wahlen zum Pfarrgemeinderat

Am 1. März 2026 wurden in der Stadtkirche wie in ganz Bayern die Pfarrgemeinderäte für eine vier-jährige Amtsperiode neu gewählt. Hier die Ergebnisse, die von den Wahlausschüssen bekannt gegeben worden sind (vielen Dank auch den Mitgliedern der Wahlausschüsse für ihre Arbeit bei der Durchführung der Wahlen). Die direkt gewählten Personen sind fett gedruckt.

St. Martin
Saller, Regina         113 Stimmen
Saller, Irene            111
Bartholomé, Stefan 111
Knab, Brigitte        110
Rieder-Maul, Gertrud 108
Heiß, Matthias      107

Wahlbeteiligung: 13,43 % (davon 8,04 % online)
Konstituierende Sitzung: 19.03.2026

St. Jodok
Knopp, Julian      206 Stimmen
Schech, Irmgard 196
Högl, Renate         190
Knopp, Andrea    186
Müller, Dagmar  170
Bauer, Andreas        167
Rieß, Lucas               154

Wahlbeteiligung: 11,15 % (davon online 8,31 %)
Konstituierende Sitzung: 15.03.2026

St. Peter und Paul
Kindl, Irmengard   285 Stimmen
Ntafetsios, Tobias  261
Lutsch, Doris           255
Aschenbrenner, Bernhard 229
Kupke, Gabriele          173

Wahlbeteiligung: 9,85 % (davon online 6,72 %)
Konstituierende Sitzung: 19.03.2026

Hl. Blut
Englhardt, Annemarie   250 Stimmen
Lechner, Florian               214
Hallensleben, Oskar       196
Schulz, Anika                     192
Schwing, Bernhard         188
Bayer, Ben                           185
Einberger, Elfriede               155
Kuhn, Gabriele                       96
Thoma, Andreas                     73

Wahlbeteiligung: 23,08 % (davon online 16,89 %)
Konstituierende Sitzung: 17.03.2026

Die einwöchige Einspruchsfrist beginnt mit der Bekanntgabe des Ergebnisses am Sonntag, 8.3.2026, im Gottesdienstanzeiger, in den Schaukästen und im Gottesdienst, geht also bis Samstag, 14.3.2026.

Ehrenamtsempfang der Stadtkirche

Weit über 150 Ehrenamtliche konnten Stiftspropst Franz Joseph Baur und Pastoralreferentin Elisabeth Simon beim Ehrenamtlichenempfang der Stadtkirche begrüßen, der nun zum zweiten Mal im großen Saal der Feuerwehrhauptwache in der Niedermayerstraße stattgefunden hat (vielen Dank an die Feuerwehr, die nicht nur die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, sondern auch den Ausschank übernommen hat). Der Empfang ist als Gelegenheit für einen ausdrücklichen Dank an all die … ja, wer war alles da? Das wurde bei der Begrüßung sichtbar: Ministranten und aktive Senioren, Sängerinnen und Sänger und das Team der Landshuter Tafel, Pfarrgemeinderäte und KV-Mitglieder und – das bekam einen besonderen Akzent – auch politisch engagierte Ehrenamtliche aus unserem Kreis. Kurz vor den Stadtratswahlen war der Stiftspropst sichtlich stolz darauf, aus dem Kreis der Anwesenden drei Kandidatinnen und Kandidaten aus drei verschiedenen Listen für die Wahl des Landshuter Stadtrats präsentieren zu können (weitere aus unserem Kreis waren nicht auf dem Ehrenamtsempfang). Ein besonders herzlicher Gruß ging an die Kinder der Singschule Landshut, die zusammen mit den Instrumentalisten der Gruppe „Effata“ unter der Leitung von Kirchenmusikerin Stephanie Heim das Singspiel „Die kleine Hexe“ zur Aufführung brachten.

Alle, die da waren (und die abwesenden Ehrenamtlichen, denn es sind eigentlich noch sehr viele mehr) wurden herzlich begrüßt: eine Gelegenheit, „Vergelt’s Gott“ zu sagen, und eine Gelegenheit, einmal nicht „funktionieren zu müssen“, sondern sich vom Team der Hauptamtlichen, dem Seelsorgeteam und dem Büro- und Mesnerteam, bedienen zu lassen. Der Stiftspropst verknüpfte damit den Gedanken, dass es hinter all dem Einsatz der Ehrenamtlichen für das Leben in der Stadtkirche nicht unbeachtet bleiben sollte, dass jeder und jede einzelne von ihnen zunächst selbst schlicht Christ ist und für sich und seinen Glauben sorgen darf und soll. Was Augustinus über sein Amt gesagt hat: „Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ“, das gilt genauso für das Ehrenamt: Das gemeinsame Christsein darf über dem Aufgehen in einer Aufgabe nicht ins Hintertreffen geraten.

Das Singspiel der Kinder war, obwohl der Chor der naßkalten Jahreszeit entsprechend krankheitsgeschwächt war, ein großartiger Erfolg. Die jungen Stars (und ihre großen Manager) bekamen großen Applaus und hatten danach ihre helle Freude daran, im Saal herum zu toben. Weiter ging es mit einem einfachen, aber reichlichen Essen, gecatert vom Verein „Mitarbeiten e.V.“. Den Apfelstrudel als Nachspeise hat Franz Wenninger vom Café Kreuzer gestiftet. Als die Ehrenamtlichen nach einer Zeit munterer Begegnungen und Geplauder nach und nach wieder gegangen waren und der Saal uidn die Küche wieder aufgeräumt war, konnte Elisabeth Simon zusammen mit dem hauptamtlichen Helferteam bei einem letzten Gläschen zufrieden auf einen gelungenen Ehrenamtsemfpang zurückschauen.

Vier Sebastiani-Ämter

Wie ein Planet mit drei Monden zieht das Gedenken an Sankt Sebastian, den Landshuter Stadtpatron, seine Bahn durch den Jahreskreis der Stadtkirche. Am Sonntag in der Nähe des 20. Januar, des eigentlichen Gedenktag des Hl. Sebastian, wurde – heuer am 19.01.2026 – in St. Jodok das Sebastianiamt der Stadt Landshut gefeiert. Für Oberbürgeremeister Alexander Putz war es das letzte in seiner Amtszeit. Stiftspropst Franz Joseph Baur dankte ihm für seine volksnahe Präsenz, nicht nur bei dieser Gelegenheit, und legte Wert darauf, dass auch künftige Oberbürgermeister die Tradition zu Ehren des Hl. Sebastian weitertragen. Das Format für diese Feier geht auf Oberbürgermeister Josef Deimer zurück, der (selbst gebürtiger Achdorfer) von Franz Kögler eigens für den Achdorfer Männerchor die „Landshut-Messe“ komponieren ließ, die auch diesmal, begleitet von den Landshuter Turmbläsern, in großer Feierlichkeit wieder erklang. In seiner launig eingeleiteten Predigt zog der Stiftspropst das Bild des Regenschirms heran, der nach außen die Regentropfen abhält, nach innen trockenen Raum schafft und mit der Spitze eindeutig die Richtung nach oben markiert, um zu überlegen, was es bedeutet, den Hl. Sebastian als „Schirmherrn“ für unsere Stadt zu haben.

Neben dem großen Sebastianiamt der Stadt, die mit allen drei Bürgermeistern und zahlreichen Mitgliedern des Stadtrats vertreten war … lästerliche Zungen behaupten ja leichtfertig, dass das nur in Zeiten des Wahlkampf so ist, was wirklich nicht stimmt … in der ersten Reihe auf der anderen Seite war der Pfarrgemeinderat repräsentiert, wo ja auch eine Neuwahl ansteht … Also neben dem großen Sebstianiamt mit all seinen Spitzenrepräsentanten von Stadt und Gemeinde St. Jodok feierten noch weitere Vereinein diesen Tagen ihre Sebastianiämter : die Königlich Privilegierten Feuerschützen (in der Sebastiani-Kirche), der Hotel- und Gaststättenverband Landshut (kurz: die „Wirte“) und der Wallfahrtsfrauenverein Landshut (in St. Martin). Der Heilige wird es zu schätzen wissen, dass er so geehrt wird. Er wird als Fürsprecher bei Gott ein Auge auf Landshut haben. Wir werden die Tradition jedenfalls gern weiterführen.

Ceremony Carols

Am Sonntag, 11. Januar 2026, präsentierte sich die Singschule der Stadtkirche Landshut in St. Jodok erfolgreich mit einer „Zeremonie von Weihnachtsliedern“. Zum Ende der Weihnachtszeit wurde für die Konzertbesucher, die das Hauptschiff der Jodokskirche vollständig füllten, noch einmal der tiefe Sinn des weihnachtlichen Geschenks, der Geburt Jesu, spürbar und fassbar. Zarten aber klar bestimmte Klänge der Harfe, gespielt von Franziska Götz, eröffneten diesen Konzertabend. Die Harfenistin vermochte mit Ihrem Spiel eine große, den ganzen Kirchenraum umspannende Ruhe, zu erzeugen.
In diese Stimmung hinein zauberte der Jugendchor der Stadtkirche Landshut mit dem „Jubilate Deo“ von Jay Althouse (*1951) einen Dank für Jesus, das Geschenk Gottes an die Welt. Mit dem Zweiten Stück „World, Peace, Prayer“ von Emily Crocker (*1949) beteten die jungen Sängerinnen und Sänger um den Weltfrieden. Bei dem Stück „Carol of the bells“ von Mykola Leontowytsch (1877-1921) hörte man wahrlich die Glocken der Weihnacht erklingen. Stephanie Heim am Pult gelang es. die zarten Stimmen, begleitet von Harfe und Orgel, zu strahlendem Glanz zu entwickeln.
Der Applaus der Konzertbesucher bestätigte die gute Leistung dieses jungen Chores … so dass Stiftspropst Dr. Baur, wie er meinte, die heilige Ruhe mit seiner Begrüßung nicht störte. Er bedankte sich an dieser Stelle bei allen Teilnehmern und allen Besuchern herzlich und bat am Ende des Konzerts um eine Spende für die Singschule der Stadtkirche Landshut. In einer Vorschau auf den nun folgenden Konzertteil führte er hin auf die Besonderheit der Komposition von Benjamin Britten op. 28. „A Ceremony of Carols“ – „Eine Zeremonie von Weihnachtsliedern. Die Schwierigkeit dieses Werkes liegt in der außergewöhnlichen Intonation, Harmonik und der anspruchsvollen Rhythmik, die einige alt-englische Weihnachtslieder in einen modernen Klangkörper einbindet: große Vokalmusik!
Die Sängerinnen der Kantorenensembles Mariahilf München und der Stadtkirche Landshut, geführt und geleitet von Bastian Fuchs und Stephanie Heim, eröffneten diesen Zyklus in einer „Procession“ mit Gesang. Mit „Wolcum Yole!“ begrüßte der Chor den Himmelskönig. Die Sopransolos wurden von Heidemarie Rottig und Kathrin Schaffenroth mit weicher und doch klar bestimmter Stimme vorgetragen. Alle 10 Weihnachtlieder wurde von den Mitgliedern der Kantorenensembles präzise und eindrucksvoll, begleitet von der Harfe, präsentiert. In der Nummer VII – „Interlude“ – zeigte Franziska Götz nochmals auf Ihrer Harfe, wie froh gestimmt Weihnachten klingt. Mit dem letzten Stück „Deo gracias“ zogen die Sängerinnen mit Ihren Chorleitern wieder in einer Prozession in den hinteren Teil des Gotteshauses.
Ein sehr gelungener Konzertabend, der alle Mühen der Teilnehmer lohnte! Mit großem Applaus bedankten sich alle Zuhörer für dieses wunderbare Erlebnis am Ende der Weihnachtszeit.
(W. Hillebrand)

Bischofsbesuch am 2. Weihnachtsfeiertag

Am 2. Weihnachtsfeiertag hat uns, einer bald 50-jährigen Tradition folgend, der Bischofsvikar der Seelsorgeregion Nord besucht und den Gottesdienst zum Stefanitag in der Stiftsbasilika St. Martin gefeiert. Es war ein festliches Pontifikalamt, das Weihbischof Wolfgang Bischof gehalten hat. In der Predigt legte er den Focus auf den Gedenktag für die verfolgten Christen, der mit dem Tag des Erzmärtyrers Stephanus verknüpft ist. Dabei zitierte er ein Gedicht von Lothar Zenetti, das hier zum Nachlesen noch einmal abgedruckt sei.

Auch wenn danach der Pfarrsaal voll war mit den Sängerinnen und Sängern des Kirchenchors und mit hochgestimmten Gläubigen, die sich an der weihnachtlichen Geselligkeit freuten, wird doch keiner ohne Betroffenheit und tiefen Ernst („darüber hinweg schauen ist keine Option!“, hatte der Bischof gemahnt) nach Hause gegangen sein. Denn es gibt die vielfachen Möglichkeiten der Unterstützung: Notprogramme, Traumatherapien, Flüchtlingshilfen, politische Petitionen, Informationsportale … All das hilft den bedrängten Brüdern und Schwestern in einer erschreckend hohen Zahl von Ländern.

Was keiner wagt, das sollt Ihr wagen,
was keiner sagt, das sagt heraus,
was keiner denkt, das wagt zu denken,
was keiner ausführt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt Ihr´s sagen,
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken,
wo alle spotten, spottet nicht,
wo alle geizen, wagt zu schenken,
wo alles dunkel ist, macht Licht!

Stadtrat streicht Zuschüsse

Am Montag, 3.11.2025, war in der Zeitung zu lesen, dass der Stadtrat im Rahmen von Konsolidierungsmaßnahmen des Haushalts beschlossen hat, künftig die kirchlichen Baumaßnahmen nicht mehr dem freiwilligen Zuschuss in Höhe von 5 % zu fördern, wie es (nachdem lange 10 % üblich waren) in letzter Zeit gehandhabt wurde. Eine populistische Töne, die – laut Zeitung – in diesem Zusammenhang laut geworden sind, verdienen keine Beachtung, wohl aber die Sache selbst.

Der Stiftspropst gab eine Antwort in der Predigt, die er zum Martinsfest in der Stiftsbasilika gehalten hat. Er machte den Wert der Solidarität in der Gesellschaft stark. Den Martinsmantel, der sonst als Zeichen der Soldarität geteilt wird, spannten einige Ministranten symbolisch zu einem roten Kirchendach auf: ein Dach der Solidarität. Solidarität bedeutet, dass die Aufgaben und Probleme als gemeinsame Aufgaben und Probleme gesehen werden. „Es geht uns gemeinsam gut oder gemeinsam schlecht.“ Solidarität ist nie einseitig, sondern nimmt den Empfangenden ebenso in die Pflicht wie den Gebenden. Solidarität ruht auf vielen Schultern … oder Säulen, wie das Kirchendach. „Über Geld können wir reden,“ sagte der Stiftspropst direkt in Richtung des Stadtrats. Aber wenn die Streichung der Zuschüsse bedeutet, dass die Solidarität aufgekündigt wird, dass die Kirche mit den Lasten, die sie zugunsten der Öffentlichkeit stemmt, allein gelassen wird, dann tut das weh. Jedenfalls, so versicherte er, würde von Seiten der Kirche die Solidarität nicht aufgekündigt. Wir bleiben offen für die ganze Gesellschaft und werden das, was wir mit unserer Caritas, den kirchlichen Schulen, all unseren Gebäuden und insgesamt mit dem christlichen Leben leisten, weiterhin als segensreichen Beitrag zum Wohl der Allgemeinheit einbringen.

Tag des offenen Denkmals

Am „Tag des offenen Denkmals“ (Sonntag, 17.09.2025) hat sich die Stadtkirche mit einem vielfältigen Programm beteiligt. Das ehrenamtliche Kirchenführerteam von St. Martin und viele weitere Ehrenamtliche waren engagiert, um den Interessierten unsere Kirchen zu zeigen – auch mit den Winkeln und Ecken, die für die Besucher der Gottesdienste oder sonstige Besucher nicht zugänglich sind. St. Martin mit Vorgängerkirche und Dachstuhl, die Jesuitenkirche St. Ignatius mitten in der Restaurierung, die Schatzkammer St. Martin, die Kirche St. Jodok mit ihrem Turm, die Sebastiani-Kirche, die Dominikanerkirche mit ihrer Orgel, bis hin zur kleinen Kirche St. Ottilie in Salzdorf vor den Toren der Stadt – überall war offen, überall waren unsere Leute, um Besucher in Empfang zu nehmen und zu führen. Auch die jungen Oberministrantinnen von St. Jodok waren in Einsatz und fanden großen Anklang mit der Art, wie sie ihre Kirche präsentierten. Besonders in der Jesuitenkirche riss der Strom der Interessierten nicht ab, die etwa die Gelegenheit nützen wollten, einen Blick von der umlaufenden Empore ins Innere der Kirche zu richten. Summa summarum, schätzten wir, haben in der Stadtkirche weit über 1.000 Leute unsere Führungen und Angebote in Anspruch genommen. Allen, die hier mitgeholfen haben, gebührt ein herzlicher Dank!

Den Sonnengesang (er-)leben – Schöpfungsspiritualität in der Natur

„Gelobt seist Du in Schwester Mutter Erde” – mit diesen Worten des heiligen Franz von Assisi lud der Umweltausschuss der Stadtkirche Landshut am 6. September zu einem besonderen Workshop ein. 14 Teilnehmer folgten der Einladung und erlebten von 9 bis 13 Uhr eine inspirierende Zeit der Schöpfungsspiritualität.
Unter der Leitung von Martin Härtl begaben sich die Teilnehmer auf zwei Schwellengänge im Garten der Verwaltungszentrale und auf dem angrenzenden Hofberg. Bei stillem Gehen oder Innehalten setzten sie sich mit konkreten Schöpfungsfragen auseinander und suchten in der Natur nach Antworten.
Die Erfahrungen wurden anschließend im Kreis geteilt und vertieft. Gemeinsames Singen begleitete die Runden, am Ende wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermutigt, eigene Versionen des Sonnengesangs zu verfassen. Im Anschluss an den Workshop folgte ein gemeinsames Picknick mit mitgebrachten Leckereien.
„Allen, die dabei waren, hat es sehr gut gefallen”, berichtet Oskar Hallensleben, Sprecher des Umweltausschusses der Stadtkirche Landshut. Insbesondere das wenig bekannte Konzept des Schwellengangs stieß auf großes Interesse. Ein Schwellengang ist das bewusste Gehen über eine Schwelle / Grenze. Das kann zum Beispiel eine Linie am Boden sein, die man übertritt oder ein Tor, durch das man geht. Es geht darum, dadurch einen bewussten Anfang zu setzen für einen Zeitabschnitt, in dem man sich mit einer bestimmten Frage beschäftigt. Darum plant der Umweltausschuss, so einen Workshop im nächsten Jahr erneut anzubieten.

Kletteraktion auf dem Kirchendach

Überregional in die Schlagzeilen ist St. Martin am Wochenende des 17.09.2025 gekommen. Mit einem Großaufgebot waren Polizei und Feuerwehr am Samstag Abend angerückt. Passanten aus der Altstadt hatten Alarm geschlagen, als sie sahen, wie jemand auf den Dachfirst der Martinskirche geklettert war, 50 m über dem Erdboden, und dort mit dem Handy filmte. Wie sich später herausstellte, war ein erheblich alkoholisierter junger Mann aus der Region in die Baustelle der Fenstersanierung eingebrochen, über das Gerüst aufs Kirchendach geklettert und bis zum Dachfirst gelangt. Beim Abrutschen hatte er Glück, dass er auf das Blechdach eines Gerüstteils traf und letztlich mit ein paar wenigen Schrammen davon kam. Wenig daneben, und er wäre in den sicheren Tod gestürzt. Auch Passanten unten wären ernsthaft gefährdet gewesen, wenn sich Dachziegel oder Gerüstteile bei der waghalsigen Aktion gelöst hätten.

Wir alle sind froh und erleichtert, dass nichts Schlimmes passiert ist. Der Stiftspropst und die Pfarrei sind den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr herzlich dankbar für ihren schnellen, umsichtigen und erfolgreichen Einsatz. Im Nachgang zu dem Vorfall wurde das Dach von St. Martin gründlich untersucht. Es sind keine Dachziegel gebrochen, nur einige Sturmklammern müssen erneuert werden. Der wahnwitzige Kletterer ist bisher noch nicht beim Stiftspropst vorstellig geworden, um ein Wort oder eine Geste der Einsicht zu zeigen. Wir würden uns wünschen, dass jemand zu dem steht, was er getan hat. Aber wichtiger ist, und da sagen wir: Gott sei Dank! Es ist niemand zu Schaden gekommen.