Werdegang

In großen Zügen hat sich die kirchliche Struktur im Bereich der künftigen Stadtkirche Landshut folgendermaßen entwickelt:

Geschichtliche Entwicklung

Zahlen und Daten zur historischen Entwicklung der katholischen Kirche im heutigen Bereich der Stadtkirche Landshut.

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  • 8. Jh. Christianisierung der Gegend, auch der Ansiedlung auf dem „Berg ob Landshut“, Errichtung einer ersten Kirche Hl. Blut
  • 1204 Gründung der Stadt Landshut, Ur-Pfarrei St. Martin, zunächst noch der Mutterpfarrei Eching unterstellt
  • 1338 Stadterweiterung Freyung
  • 1369 Gründung der Pfarrei St. Jodok, der dabei auch die Kirche Hl. Blut zugeschlagen wird
  • 1595 Gründung des Kollegiatsstifts St. Martin und St. Kastulus
  • 1628 Jesuiten werden von Kurfürst Maximilian I. nach Landshut geholt, u.a. zum Predigtdienst in St. Martin
  • 1773 Aufhebung des Jesuitenordens, Ende der Seelsorgetätigkeit der Jesuiten in Landshut
  • 1803 Säkularisierung, Aufhebung der Klöster der Dominikaner und der Franziskaner
  • 1923 Gründung des Caritasverbands Landshut e.V.
  • 1927 Eingemeindung von Berg ob Landshut in die Stadt Landshut
  • 1954 Gründung der Pfarrei St. Peter und Paul
  • 1937 Wiedererrichtung des Kollegiatsstifts St. Martin und St. Kastulus
  • 2002 Klosteraufgabe der Franziskaner in Maria Loreto
  • 2003 Pfr. Martin Atzenhofer, letzter Pfarrer von Hl. Blut, tritt in Ruhestand
  • 2007 Pfr. Alfred Rössler, letzter Pfarrer von St. Jodok, tritt in Ruhestand
  • 2016 Ursulinen verlassen nach fast 350 Jahren Landshut
  • 2017 Pfr. Heinz-Joachim Quasbarth, Pfarrer von St. Peter und Paul, tritt zum 31.8.2017 in den Ruhestand
  • 2017 Pfr. Guido Anneser, Pfarrvikar in St. Jodok, tritt zum 31.8.2017 in den Ruhestand
  • 1.9.2017 Errichtung der Stadtkirche Landshut, Leiter Stiftspropst Msgr. Dr. Franz Joseph Baur; Gründungsfeierlichkeiten mit Pontifikalamt und Pfarrfest am 17.09.2017 und geistlicher Umrundung am 23.09.2017
  • Eröffnung des zentralen Büros der Stadtkirche im neu renovierten Pfarrhaus von St. Jodok, Freyung 629.

In der Erinnerungsspanne der heute lebenden Menschen hat sich der Weg hin zur Stadtkirche in folgenden kleinen Schritten gestaltet:

  • 2004 Errichtung des Pfarrverbands St. Martin / Hl. Blut; der Pfarrer von St. Martin, Stiftspropst Schömann, wird Administrator von Hl. Blut
  • 2007 Der Pfarrer von St. Martin, Stiftspropst Schömann, wird Administrator von St. Jodok
  • 2010 Die „Brücke“ erscheint zum ersten Mal als gemeinsamer Pfarrbrief von St. Martin, Hl. Blut und St. Jodok.
  • 2010 Unter Kardinal Marx beschließt das Erzbistum München und Freising den sogenannten „Orientierungsrahmen“ für die Struktur- und Personalplanung für das Jahr 2020; dabei ist im Dekanat Landshut eine „Stadtkirche“ aus den vier Pfarreien St. Martin, Hl. Blut, St. Jodok und St. Peter und Paul vorgesehen. Planstellen f. d. Seelsorge: 2 Priester, 1 Diakon, 1 Pastoralreferent/in, 1 Gemeindereferent/in
  • 2013 Beginn der jährlichen gemeinsamen Firmung der Kinder aus den vier Pfarreien in der Stiftsbasilika St. Martin
  • 2013 Msgr. Dr. Baur wird Pfarrer von St. Martin, Pfarradministrator von Hl. Blut und von St. Jodok
  • 2015 Stiftspropst Baur trifft sich in unregelmäßigem Abstand mit den vier Kirchenpflegern, um den Haushaltsverbund vorzubereiten; im Bistum wird das Berufsprofil einer/s „Verwaltungsleiter/in“ für größere Seelsorgeeinheiten entwickelt
  • 2015 erster Klausurtag aller vier Pfarrgemeinderäte
  • 2016 Errichtung der Homepage im März 2016
  • 2016 Seit Advent ein gemeinsamer Gottesdienstanzeiger als wöchentliches Informationsblatt für alle vier Pfarreien
  • 2017 Vorstellung der künftigen Gottesdienstordnung auf dem Klausurtag der vier Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen am 18.2.2017 in Holzhausen
  • Am 4.5.2017 trifft sich der „Haushalts- und Personalausschuss“ und wählt Richard Eder zum Stadtkirchenpfleger.
  • Am 16.5.2017 trifft sich der Stadtkirchenrat zu seiner konstituierenden Sitzung und wählt seinen Vorstand (Vorsitzende: Dr. Barbara Töpfner-von Schütz).
  • Nach Gründung der Stadtkirche per bischöflichem Dekret zum 1.9.2017 dürfen sich die Dinge in Ruhe weiter entwickeln …

Großwetterlage

Der erste Pfarrverband, ein Zusammenschluss von vormals selbständigen Pfarreien, wurde im Erzbistum München und Freising bereits 1970 errichtet (Erdweg bei Dachau).

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Seither wird in allen Bistümern Deutschlands und in allen Ländern Europas mit der Weiterentwicklung der kirchlichen Strukturen experimentiert. Eigentlich wurde und wird zu allen Zeiten überall in der Kirche damit experimentiert, in welchem äußeren Rahmen und Gefüge sich das kirchliche Leben abspielt. Die Strukturen der Kirche sind immer in lebendiger Entwicklung begriffen. Mehrere Gründe sind es, die heutzutage darauf hin drängen, Pfarreien in der ein oder anderen Form zusammen zu legen.

Priestermangel

Seit Jahren ist ein dramatischer Rückgang der Priesterzahlen zu verzeichnen.

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Frei werdende Priesterstellen, zumal Pfarrerstellen, können nicht mehr durch Priester besetzt werden. Das hat auch einen Vorteil: Neue kirchliche Berufe wurden attraktiv, und die Arbeit in einem vielfältigen Team von Seelsorgern wurde zur Regel. Schematisch kurz gefasst: Wo zuvor vier Pfarreien von vier Pfarrern betreut wurden, da arbeitet nun ein Viererteam von Pfarrer, Diakon, Pastoralreferentin und Gemeindereferent in einem Verband von vier Pfarreien.

Verwaltungsstandards

Die Büroarbeit hat sich verändert. In allen Behörden, Krankenhäusern, Vereinen sind neue Standards der Zeitplanung, der Terminabsprache, der Dokumentation, der Entscheidungstransparenz usw. aufgekommen.

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Da lässt sich die Arbeit nicht mehr einfach auf Zuruf erledigen. Sie ist eigentlich nur in einem größeren Büro gut zu organisieren. Beispiel: Im Rahmen der Prävention gegen sexualisierte Gewalt bekommt eine Pfarrei die Aufgabe, die Unbedenklichkeit ihrer Ehrenamtlichen sicher zu stellen. Das gab es vorher nicht und bedeutet erheblichen Aufwand: Einarbeiten in die Materie, Überlegen, wie die nötigen Informationen kommuniziert werden, Erstellen von Listen, Durchführen der Maßnahme mit den Führungszeugnissen, ordentliche, datenschutzkonforme Ablage… Besser, wenn nicht vier Pfarrbüros das aufgeladen bekommen, sondern sich eine Person in einem Zentralbüro einarbeitet.

Beteiligungsformen der Gläubigen

Jeder mag es bei sich selbst prüfen: Gegenüber der Generation seiner Eltern und erst recht seiner Großeltern hat er bzw. sie nicht mehr die gleiche Praxis des Mitlebens mit „seiner“ Pfarrei.

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Man ist so frei, sonntags auch mal woanders oder gar nicht in den Gottesdienst zu gehen. Man pflegt Kontakt zu bestimmten Gruppen und Kreisen, aber identifiziert sich nicht mit dem Gesamt der Pfarrei. Man engagiert sich für ein Projekt oder für eine bestimmte Aufgabe im kirchlichen Leben, aber hält sich nicht generell zur Verfügung für alles, wo der Pfarrer Leute braucht. Zumal in einer Stadt wie Landshut haben viele Leute schon immer ihre kirchliche Beheimatung frei gewählt, durchaus nach persönlichem Geschmack. Dem trägt die Entwicklung Rechnung, wenn auf einer Ebene „Stadtkirche“ gemeinsam überlegt wird, wo welche Angebote gemacht werden, so dass nicht jede Pfarrei alles machen muss, und man für jedes einzelne kaum mehr die ehrenamtlichen Helfer findet.