Was tun, wenn

Wenn ich mit einem Seelsorger reden will …

… dann sind Sie uns jederzeit herzlich willkommen. Am leichtesten sind wir bei den Gottesdiensten anzutreffen. Sprechen Sie uns einfach an, wenn wir nach ein paar Minuten aus der Sakristei kommen. Sie dürfen auch selbst in die Sakristei kommen. Oder Sie gehen den Weg über das Pfarrbüro, um einen Termin auszumachen oder einen Rückruf zu erbitten. Dann wäre es gut, ein Stichwort zu nennen, worum es geht. Wenn es eilig und dringlich ist, wird Ihnen in kürzester Zeit ein Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Viele Sachen scheinen auf Anhieb nicht so wichtig oder dringlich. Scheuen Sie sich bitte nicht, uns trotzdem anzusprechen. Es findet sich immer eine Gelegenheit, darüber zu sprechen. Ich persönlich habe die Email als bequemen Weg entdeckt, auf dem sich vieles Kleine schnell und unkompliziert klären oder anbahnen lässt.

Wenn ich mich über die Kirche geärgert habe …

… dann möchte ich Sie um Folgendes bitten: Prüfen Sie, aus welcher Quelle Sie die Sache erfahren haben. Seien Sie so gut und besorgen Sie sich alle leicht verfügbaren Informationen, die den Vorfall oder die Tatsache oder die Aussage auch einmal von der anderen Seite aus darstellen. Lesen Sie z.B. das ganze Interview des Papstes, nicht nur den Satz, der in der Zeitung zitiert wird. Dann, bitte, lassen Sie 24 Stunden (vor allem: eine Nacht) verstreichen, ohne eine Entscheidung zu treffen. Danach treffen Sie die Entscheidung, welche Position, Forderung oder Protest Sie sich zu eigen machen. Und dann, das ist wirklich meine aufrichtige Bitte, lassen Sie es mich oder einen anderen Seelsorger der Stadtkirche wissen. Wir sind verantwortliche Repräsentanten der Kirche, und wir stehen dafür gerade, was vorgekommen ist. Für manches wird sich vielleicht eine gütliche Regelung finden lassen, für anderes nicht. Aber seien Sie sicher, ich weiß es zu schätzen, wenn mir jemand seinen Ärger direkt kund tut und ihn nicht anderweitig auslässt.

Wenn ich eine Idee habe, die ich einbringen will …

… dann halten Sie sie unbedingt fest, damit sie nicht gleich wieder verfliegt. Wehren Sie alle Gedanken ab, dass die Sache unsinnig ist, dass sie sowieso nicht zu realisieren ist und ähnliche Einwände. Sprechen Sie mit jemandem darüber, um Unterstützung zu gewinnen. “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.” (Mt 18,20). Wenn zwei oder drei gemeinsam eine Idee vorbringen, dann wird etwas daraus. Schwierig sind nur die Ideen, die sich ausschließlich darauf richten, was ein anderer tun oder lassen soll. Wenn es etwas gibt, was Sie selbst beitragen können, damit ein Anliegen umgesetzt wird, dann hat die Sache eine gute Chance. Sprechen Sie uns an!

Wenn ich einen besonderen Gottesdienst planen will …

… z.B. aus Anlass einer Goldenen Hochzeit oder eines runden Geburtstags, wenn Sie in eine neue Wohnung ziehen oder ein Geschäft eröffnen, wenn Ihr Enkelkind für ein Jahr nach Australien oder nach Chile geht, oder bevor Sie eine Wallfahrt antreten. Es gibt viele Anlässe …
Der regelmäßige Gemeindegottesdienst hat Platz für zusätzliche Gebetsanliegen. Besondere Gruppen sind uns immer herzlich willkommen. Lassen Sie ruhig die Gemeinschaft der Gläubigen ein wenig an dem teilhaben, was Sie bewegt. Sie werden herzliche Gratulanten und aufrichtige Mitbeter in Ihrem Anliegen finden. Denken Sie auch daran, dass es verschiedene Gottesdienstformen gibt, nicht nur die Hl. Messe. Und denken Sie daran, dass die großartigen Kirchenräume in Landshut für die verschiedensten Anlässe den richtigen Raum bieten. Wir beraten Sie gern.
Wir kommen auch zu Ihnen nach Hause, um dort eine Andacht zu feiern.
Wenn auswärtige Besucher auf Ausflug nach Landshut kommen, sollen sie Freude haben an der Besichtigung unserer Kirchen. Sie sind auch eingeladen, dort Gottesdienst zu feiern. Bevorzugt geschieht das innerhalb der normalen Gottesdienstordnung. Es lassen sich aber auch eigene Feiern verabreden.

Wenn ich vorhabe, kirchlich zu heiraten …

… dann erst mal herzlichen Glückwunsch, dass Sie einander gefunden haben und sich gemeinsam zum großen Lebensprojekt der christlichen Ehe entschieden haben!
Bitte nehmen Sie rechtzeitig – also bevor Sie sich auf einen bestimmten Ort oder einen bestimmten Termin festgelegt haben – mit einem “zuständigen” Priester Kontakt auf. “Zuständig” im kirchenrechtlichen Sinn ist in diesem Fall der Pfarrer am (derzeitigen oder künftigen) Wohnort des Brautpaars, nicht aber der Pfarrer am gewünschten Ort der Trauung oder sonst ein Priester, den Sie sich für die Feier wünschen. All das ist möglich und wird dann im Zuge der Ehevorbereitung abgesprochen.
In allen Kirchen der Stadtkirche Landshut sind katholische Trauungen möglich. Auch auswärtige Paare sind willkommen. Dabei legen wir wert auf eine würdige Gestaltung der kirchlichen Feier, aber ebenso auf die seelsorgerliche Vorbereitung auf die Eheschließung. Deshalb noch einmal die dringende Bitte: Nehmen Sie vor allen sonstigen Festlegungen Kontakt mit Ihrem zuständigen Pfarrer auf, wo dann als erstes besprochen wird, wo und wann die Trauung stattfinden kann, und wer als Geistlicher daran mitwirkt.

Wenn ich mein Kind taufen lassen will …

… dann freuen wir uns mit Ihnen zusammen über Ihr Kind und über ein neues Kind Gottes. Herzlich willkommen in der Kirche!
Die Taufe steht am Beginn einer religiösen Praxis, durch die ein Kind immer mehr hineinwächst in die Gemeinschaft der Gläubigen vor Ort. Es kommt der Zeitpunkt der Erstkommunion, und dann der Firmung. Deswegen hat das Prinzip des Wohnorts für die Taufe einen hohen Rang: Grundsätzlich wird ein Kind in der Pfarrei getauft, wo die Eltern wohnen. Nur in Ausnahmefällen und mit Einverständnis des Pfarrers am Wohnort kann die Taufe anderswo stattfinden. Im Bereich der Stadtkirche wird nur in den vier Pfarrkirchen getauft. Die Termine dafür werden mit den Familien einzeln vereinbart.
Zur Taufe bekommt ein Kind einen Taufpate oder eine Taufpatin. Das ist ein repräsentatives kirchliches Amt: Die Kirche, die in vieler Hinsicht bloße Institution ist, will repräsentiert sein durch einen Menschen, der dem Täufling persönlich nahe steht. So ist klar: Die Kirche kann nur von jemandem vertreten werden, der ihr auch selbst angehört. Der Pate oder die Patin müssen daher katholisch sein. Zusätzlich kann ein “Taufzeuge” hinzu gezogen werden, wenn die Eltern wünschen, dass noch jemand da ist, der dem Kind in besonderer Verantwortung zugetan sein soll. Hier sind die Eltern in der Wahl ganz frei.

Wenn ich finanziell oder sonstwie in der Klemme bin …

… dann sind wir bei der Kirche überhaupt nicht überrascht. Denn uns ist klar, dass längst nicht alle immer nur reich, jung und schön sind und “gut drauf” und alles im Griff haben, so wie es nach außen immer dargestellt wird. Wir fragen Sie auch nicht danach, wie Sie in die momentane missliche Lage gekommen sind. Erst recht wird bei uns niemand für irgendetwas, was er getan oder versäumt hat, verachtet oder verurteilt. Es ist, wie es ist. Und dann sehen wir zu, was sich machen lässt.
Wir danken es vielen Spenderinnen und Spendern, dass wir über Mittel verfügen, auch kurzfristig und einigermaßen unbürokratisch zu helfen. Zugleich sind wir beim Umgang mit Geld auch in der Pflicht, Rechenschaft abzulegen. Deshalb ist es bei Personen, die den Seelsorgern bisher völlig unbekannt sind, unvermeidlich, dass eine Sache genauer geprüft wird oder auch einmal der Umweg über die Fachstellen der Caritas zu nehmen ist.
Meistens ist das Geld aber nicht das eigentliche Problem und nicht die eigentliche Lösung. Nur, was eigentlich los ist, das will erst herausgefunden werden. Und das ist, wenn man in Bedrängnis ist, gar nicht leicht. Aber dafür sind wir als Seelsorger da. Sprechen Sie uns an.

Wenn mir jemand auffällt, der krank, einsam oder hilfsbedürftig ist …

… dann sind Sie bereits auf der Spur des barmherzigen Samariters. Mögen andere vorbeigehen, ohne die Not des Mitmenschen wahrzunehmen oder ohne sich zuständig zu fühlen. Für uns Christen ist das der Punkt, woran man uns erkennen soll: die Nächstenliebe, die uns lehrt, die Augen aufzumachen, auch die Augen des Herzens, die Not des Nächsten zu sehen und dann beherzt und klug zu handeln.
Für das Handeln können Sie auf ein vielfältiges kirchliches Netzwerk von pfarreilichen Gruppen bis hin zuden professionellen Fachdiensten der Caritas zurückgreifen. Doch wird der erste Schritt immer der sein, den Mitmenschen ernst zu nehmen. Also zuerst ihn/sie fragen, wie es ihm/ihr geht, was er/sie wünscht, braucht, hofft … und selbst kann. Nicht gleich besser wissen, was für ihn/sie gut ist. Zum rechten Zeitpunkt schalten Sie jemanden von offizieller Stelle aus ein. Wir lassen Sie nicht allein. Wir brauchen die Christen, die mit wachem Blick und hilfsbereitem Herzen durch die Welt gehen. Und wenn keine andere Hilfe möglich scheint: Beten geht immer. Not lehrt beten. Auch fremde Not. Und Beten hilft immer.

Wenn ich mich der katholischen Kirche (wieder) anschließen will …

… dann sind Sie uns willkommen. Allerdings nehmen wir diesen Schritt ernst. Das ist nicht nur eine Sache von formaler Mitgliedschaft, die sich bürokratisch regeln lässt. Es ist eine Frage des Glaubens. Darum sind Sie als erstes zu einem Gespräch mit einem Priester eingeladen, in dem Sie Ihre Lebens- und Glaubensgeschichte schildern. Womöglich bedarf noch etwas der Versöhnung, der Heilung, der Wiedergutmachung, der Ergänzung, der Korrektur oder der Information, bis Sie wirklich mit voller Überzeugung und mit freiem Herzen in die Kirche eintreten.
Danach stellen Sie gemeinsam mit dem Priester, der das befürwortet, beim Bischof den Antrag auf (Wieder-)Aufnahme in die Kirche. Der Bischof ermächtigt den Priester, die Aufnahme in einem nächsten Termin zu vollziehen. Dass Sie dann wirklich (wieder) voll dabei sind, wird gefeiert, indem Sie die Kommunion empfangen. Die Heilige Kommunion in der Messe hat ja ihren Namen von der “communio”, der “Gemeinschaft”.

Wenn ich Anschluss suche oder mich irgendwie engagieren will …

… dann treffen Sie bei uns auf Gleichgesinnte. Von jung bis alt, von kleinsten und sporadischen Diensten bis zu verantwortungsvollen Ehrenämtern, von handwerklicher Geschicklichkeit bis zu organisatorischer Leitungsverantwortung, vom Singen in der Kirche bis zum Abwasch nach dem Kaffeekränzchen, wir haben schon vieles, was gut läuft in der Stadtkirche. Und mit jedem und jeder, der/die sich beteiligt, läuft es ein bisschen anders und ein bisschen besser. Nur Mut!
Was uns am innigsten zusammenhält, ist das Gebet. Vielleicht ist es das, was Sie suchen: Anschluss an eine Gruppe von Gläubigen, die sich schlicht zum Beten treffen. Das lässt sich vermitteln.

Wenn ich irgendetwas Organisatorisches brauche …

… dann erhalten Sie in unserem zentralen Büro, Freyung 629, schnelle, freundliche und verlässliche Auskunft. Schreiben Sie uns eine Nachricht per Email. Bitte haben Sie aber Verständnis, wenn Sie über Samstag/Sonntag und evtl. über den Montag, den freien Tag der Seelsorger, nicht sofort Antwort bekommen.

Wenn ich nicht mehr beten kann …

… dann fällt mir als erstes das Wort ein, was mir ein englischer Mitstudent mit auf den Weg gegeben hat, als ich mich nach meinen römischen Studienjahren verabschiedet habe, um den Dienst als Priester in Deutschland anzutreten: “Never forget the safety belt” – “Nie den Sicherheitsgurt vergessen.” Und er machte eine Geste, wie wenn man im Auto den Gurt anlegt, aber zugleich symbolisierte er mit der Bewegung der Hand den Rosenkranz.
Ja, es mag Momente geben, wo man nicht mehr mag und nicht mehr kann. Im Herzen ist es finster, über die Lippen kommt nicht mal mehr ein Seufzer, und im Kopf ist kein klarer Gedanke mehr. Eine solche Situation muss man erst einmal aushalten. Aushalten, ohne untreu zu werden. Aushalten, ohne etwas Schlimmes zu tun. Sich hineinsetzen in die Kirche, das geht allemal noch. Und sich festhalten am Sicherheitsgurt, am Rosenkranz. Ohne Worte, ohne Gebet. Das sollte auch noch gehen. Aushalten, standhalten, nicht ausweichen. Aushalten so lange, bis Gott selbst aufs Neue den Heiligen Geist ins Herz gießt, den Geist, in dem wir zu rufen vermögen: Abba, lieber Gott …
Auch Jesus kannte den Psalm, der da beginnt: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” Diese Worte hat er zu seinem Gebet gemacht. Oder zu seinem Nicht-Gebet. Und doch: zu seinem Aushalten, zu seinem Standhalten. Wenn Sie nicht mehr beten können, lassen Sie für sich beten. Jesus betet für Sie. Auch ich, auch andere Christen, auch die Kirche ist bereit, für Sie zu beten. Lassen Sie für sich beten.

Wenn die Ehe zerbricht …

… dann ist das schlimm genug. Die Kirche wird nichts tun, um die Sache noch schlimmer zu machen und zusätzlich zu belasten. Im Gegenteil, die Kirche ist verpflichtet, die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden. Gott wird “das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen” (Mt 12,20). Vielleicht kann die Kirche sogar helfen, dass Sie selbst es etwas besser schaffen, die Sache gegenüber dem Partner / der Partnerin, den Kindern, der Familie, der Öffentlichkeit – aber auch gegenüber sich selbst und Ihren eigenen Lebensmöglichkeiten! – nicht schlimmer zu machen, als sie ist.
Wenn irgendetwas ein Anlass für “Seelsorge” ist, dann jetzt, wo die seelischen Koordinaten – auch zu Gott hin – neu zu ordnen sind, wo das Gebot der Liebe “Liebt einander, wie ich euch geliebt habe” (Joh 15,12) neu durch zu buchstabieren ist. Was kann das jetzt bedeuten? Für die Seelsorge sind wir da. Nehmen Sie uns ohne Scheu in Anspruch!

Wenn es ans Sterben geht …

… dann bekommt das Leben noch einmal eine letzte Größe. Mag es vorher gewesen sein, wie es will, jetzt kommt noch einmal ein letzter und tiefer Ernst auf den Menschen zu, den Übergang zu bestehen.
Es ist der Zeitpunkt, sich innerlich aufzurichten und die Würde des Menschen und den Wert jedes einzelnen Menschenlebens noch einmal bewusst zu feiern. Dafür gibt es die Krankensalbung, das Sakrament, in dem die Aufrichtung des inneren Menschen, die Befreiung von Schuld(gefühlen), die Stärke gegenüber aller Anfechtung, die Hoffnung auf endgültiges Gutwerden und die Schönheit des Menschseins selbst noch im Moment des endgültigen Verfalls gefeiert wird. Lassen Sie einen Priester kommen, der die Krankensalbung spendet, und feiern Sie dieses Sakrament am Sterbebett im Kreis der Angehörigen!
Das letzte Sakrament, das die Kirche für die Sterbenden hat, ist die Wegzehrung, die Kommunion. Christus ist für uns gestorben. Er ist in den Tod gegangen und hat ihn durchschritten zum Leben beim Vater im Himmel. Zuvor hat er den Seinen beim letzten Abendmahl über das eucharistische Brot gesagt: “Das bin ich selbst, für euch.” Wenn es für einen von uns ans Sterben geht, dann heißt es: “Fur dich, gerade jetzt”. Das ist der Inhalt der Kommunion in der Sterbestunde oder davor, auch täglich, wenn es sich hinzieht. Wenn jemand nicht mehr gut schlucken kann, wird die Kommunion mit einem winzigen Partikel der Hostie, in Wasser aufgeweicht, gespendet. Oder ein Tröpfchen des eucharistischen Weins.
Wir kommen auch noch, wenn es überraschend schnell gegangen und der Tod bereits eingetreten ist. Dafür gibt es die Aussegnung mit Weihwasser und Gebeten. Für das persönliche Gebet während Sie einen lieben Menschen begleiten, der dem Tod entgegen geht, oder wenn er/sie dann gestorben ist, empfehlen wir den Rosenkranz und die Grundgebete. Machen Sie sich ruhig auch mit dem Kirchengesangbuch, dem Gotteslob, vertraut. Unter Nr. 680/8 ist eine schöne Andacht, bei den Liedern kurz nach Nr. 500 finden sich schöne Texte, die in diesen schmerzlichen Momenten das rechte Wort bieten können.